Climb&Fly Schneefernerkopf

Als ich 2013 bei Luftikus mit dem Fliegen begonnen habe, war der eigentliche Gedanke: "Fliegen Interessiert mich nicht. Mir geht's nur darum eine angenehme Abstiegshilfe zu bekommen". Als ich dann das erste mal vom Boden abgehoben habe, war klar mich interessiert das Fliegen mehr als alles andere in dem Moment. Ich muss Fliegen. 

Dann bin  ich viel geflogen, es war etwas Neues, ich konnte wieder Anfänger sein, schnelle Fortschritte machen und war jedes mal wieder verzaubert von dem Gefühl in der Luft zu sein. Es folgten Sicherheitstrainings, Ausbildung...

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Schnell habe ich festgestellt, dass das mit dem Fliegen, gar nicht so einfach ist und vor allem nicht schnell geht. Nach eineinhalb Jahren habe ich mir dann aus Dummheit oder Naivität einen Wirbel gebrochen und habe tatsächlich kurz daran gedacht damit aufzuhören. Am Ersten Tag, nach dem Freispruch des Doktor, also nach 10 Wochen hauptsächlich Bettruhe, saß ich - zwar mit zittrigen Beinen - wieder im Gurtzeug und es war klar, ich muss wieder fliegen. Eine Woche später, stieg ich dann gemeinsam mit meinem guten Freund und starken Bergsteiger Joachim Feger in eine Erstbegehung in der Schneefernerkopf Westwand ein. 

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Es war Ende Februar,Winter, perfektes Wetter und wir hatten eine 1000m Wand vor uns. Unterwegs mit einem Einfachseil, also ohne Rückzugsmöglichkeit, ein paar Schlaghaken und Material für 2 Biwaks, durchkletterten die Wand - es war wie ein Geschenk - die Linie löste sich immer wieder logisch auf und so kamen wir nach einem unangenehmen Biwak am zweiten Klettertag in die Gipfelwand. Es lagen noch 4 Seillängen vor uns. Plötzlich morgens beim Sichern, sah ich zwei Gleitschirme über mir die Kante der Wand übers Tal hinausfliegen. Ich war so unglaublich neidisch auf die beiden, dieser Moment ging mir einfach nicht mehr aus dem Kopf. Wir kletterten die Route und nannten Sie "Optimist" eine meiner schönsten Erstbegehungen, dass wir damit auf der "Big-List" der Piolets d'Ors landeten war eine nette Würdigung, allerdings Wertlos im Vergleich zu so einem Erlebnis.

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Nun wie gesagt der Gedanke diesen einzigartigen Flug von 2800m über diese steilen Felsabbrüche bis nach Ehrwald auf 800m ü.N.N. zu machen und vielleicht wirklich, eine richtige Kletterroute mit einem Flug zu verbinden nagte in meinem Kopf bis es Herbst wurde. 

Zufällig erzählte mir Arne Wehrlin von Skywalk dass sie den neuen Tonka2 fertig haben, ein super kleiner Leichtschirm auf der Basis des Masala's nur in klein eben, 12 Quadratmeter. Kleines Packmaß, 2Kg und ein Gleitschirm der auch hohe Windgeschwindigkeiten verträgt. Perfekt. 

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Mein Bergführer Kollegen Michi Bückers, der auch seit einiger Zeit fliegt war sofort motiviert für das Projekt, die Route "Zwischen den Toren" (1100m,7-) durch die Westwand des Schneefernerkopfes zu klettern, am Gipfel starten, neben dem Parkplatz landen und zum Auto zurück, so schnell wie möglich natürlich, "Zeit ist Geld und Geld hammer keins"...:-). Ne einfach so ein bisschen Training während so einem Projekt schadet nie. Dokumentiert von Julian Bückers.

Ein detaillierter, schöner Text von Johanna Stöckl, über unseren Tag am Schneefernerkopf in dem Skywalk Magalog 2016 auf Seite 14 und 15 

➡️ http://skywalk.info/download/29609/

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